Titelbild zum Blogbeitrag „Vom ersten Entwurf zum fertigen Buch: Ein Leitfaden für die Veröffentlichung deines Buchs“

Hilfe, ich habe ein Buch geschrieben! Ein kleiner Leitfaden für Debütautor*innen

Das Manuskript ist fertig – hurra! Aber was kommt eigentlich jetzt?

Genau diese Frage stellen sich fast alle Autor*innen, wenn sie ihre erste Geschichte fertiggeschrieben haben. Klar, am Anfang denkt man nur ans Schreiben selbst. Warum auch nicht? Wozu sich den Kopf über Lektorat, Coverdesign oder Veröffentlichungswege zerbrechen, wenn man noch nicht mal sicher ist, ob die Geschichte jemals fertig wird?

Doch jetzt ist es soweit: Du hast die magischen vier Buchstaben unter den Text gesetzt. Und plötzlich tauchen Fragen auf, die du dir vorher nie gestellt hast: Ist das, was du da geschrieben hast, gut? Wo fängt man eigentlich eine Überarbeitung an? Und wie kommst du von hier zum fertigen, (gedruckten) Buch?

Wenn du diesen Blogartikel angeklickt hast, vermute ich mal, dass du kurz vor oder genau an diesem Punkt gerade bist und dir mindestens eine der Fragen schon gestellt hast. Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick darüber, welche Schritte nun nach dem Schreiben deines ersten Romans bis zur Veröffentlichung noch auf dich warten.

  1. Im Überblick: Wie geht es weiter, wenn das Rohmanuskript steht?
  2. Phase 1: Die Überarbeitung
  3. Phase 2A: Die Verlagssuche
  4. Phase 2B: Selfpublishing
  5. Phase 3: Die Veröffentlichung
  6. Meine Extra-Tipps
    1. So früh wie möglich Sichtbarkeit aufbauen
    2. Netzwerken
    3. Ein Schnupperlektorat in Anspruch nehmen
    4. Auf Stipendien bewerben oder an Wettbewerben teilnehmen

Im Überblick: Wie geht es weiter, wenn das Rohmanuskript steht?

Erstmal: Durchatmen. Das Schwerste hast du schon geschafft, nämlich ein Buch zuende geschrieben! Jetzt geht es darum, dein Manuskript in Form zu bringen und zu entscheiden, wie es in die Welt kommt.

Und das sieht, kurz gesagt, ungefähr so aus: Zuerst steht die Überarbeitung an, und zwar am besten mit Feedback von außen. Danach gibt es zwei Hauptwege:

  1. Die Veröffentlichung im Verlag: Du suchst nach einem Verlag, der dein Buch veröffentlicht, wahlweise mit einer Literaturagentur als Mittler. Das bedeutet Bewerbungen, Exposés, Wartezeiten – und hoffentlich am Ende einen Vertrag.
  2. Die Veröffentlichung im Selfpublishing: Du nimmst die Zügel selbst in die Hand, kümmerst dich um Lektorat, Cover, Layout und Veröffentlichung.

Die gute Nachricht: Die beiden Wege schließen sich nicht gegenseitig aus. Wenn du dir beides vorstellen kannst, kannst du es zuerst bei Agenturen und Verlagen probieren und umsteigen, wenn es nicht klappt oder zu lange dauert. Oder du nutzt Selfpublishing als Backup-Plan mit einer selbst gesetzten Deadline („Wenn ich bis Datum XY keine Zusage habe, veröffentliche ich es selbst“).

Im Moment gibt es so viele Möglichkeiten wie kaum zuvor, den Traum vom eigenen Buch wahr werden zu lassen. Vom Rohmanuskript bis dahin ist es allerdings auch ein ganzes Stück Arbeit – und das schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt gemeinsam an.

Phase 1: Die Überarbeitung

Indem du die magischen vier Buchstaben ENDE unter deinen Text gesetzt hast, hast du einen riesigen Meilenstein erreicht. Du hast ein komplettes Buch zuende geschrieben (und ja, das ist so krass, wie es klingt!).

Vielleicht juckt es dir schon in den Fingern, weiterzumachen. Vielleicht sind dir schon während des Schreibens Dinge ein- oder aufgefallen, an denen du noch einmal arbeiten magst. Vielleicht gibt es das eine oder andere Plothole, das du noch stopfen musst oder du bist dir nicht sicher, ob dein Text spannend genug ist. Kein Problem, denn genau dafür gibt es die Überarbeitungsphase.

1. Überarbeitung

Je nachdem, was sich für dich richtig anfühlt, kannst du den Text nach einer Ruhezeit zuerst selbst überarbeiten. Wie genau du das am besten angehen kannst, erkläre ich in diesem Blogartikel. Wenn du magst, kannst du auch in dieser Phase schon Feedback von außen einbinden. Spätestens sobald du das Gefühl hast, du weißt selbst nicht mehr richtig, was du noch verbessern kannst, wird es Zeit für

2. Testleser*innen

Testleser*innen sind für dich als Autor*in Gold wert. Manche binden sie bereits im Schreibprozess oder direkt nach dem ersten Entwurf ein, andere während der ersten Überarbeitungsrunde oder danach. Wenn du genug Testleser*innen hast, kannst du auch Alpha- und Beta-Leser*innen bestimmen, die in verschiedenen Überarbeitungsstufen lesen und Feedback geben. Wie du am besten mit Testleser*innen arbeitest und das meiste aus ihrem Feedback herausholen kannst, erkläre ich in diesem Blogartikel.
Nachdem du das Feedback deiner Testleser*innen eingearbeitet hast, ist ein weiterer riesiger Meilenstein erreicht. Auch den darfst und solltest du feiern!
Denn ab jetzt ist dein Text bereit für professionelle Unterstützung:

3. Selfpublishing vs. Verlag

Vielleicht hast du hier schon eine Entscheidung für dich getroffen. Falls nicht, habe ich in diesem Blogartikel die wichtigsten Argumente für und gegen beide Veröffentlichungsformen zusammengefasst.

Phase 2A: Die Verlagssuche

1. Passende Agenturen und Verlage recherchieren

Zuallererst gilt es, herauszufinden, bei welchen Verlagen oder Agenturen deine Geschichte ins Programm passen könnte. Hierfür findest du online verschiedene Listen von Autor*innen oder Lektor*innen, die Verlage und Agenturen mit deren Schwerpunkten auflisten. Auch die KI kann dich bei dieser Recherche unterstützen. Schau dir die Anforderungen und die Titel oder Autor*innen im Programm genau an und notiere dir vielleicht sogar Ähnlichkeiten, achte aber ebenso auch auf Lücken im Programm (bspw.: Der Verlag ist spezialisiert auf NA Romance, hat aber bisher nur wenige Cowboy Romances und vielleicht noch keine mit POC-Protagonist*innen). Dies kannst du später nutzen, um ein besonders überzeugendes Anschreiben zu formulieren.

2. Exposé und Bewerbungsunterlagen aufbereiten

Jetzt geht es ans Eingemachte: Dein Exposé muss die Personen in der Agentur oder im Verlag – und damit sind nicht nur Lektor*innen, sondern auch Mitarbeiter*innen aus dem Marketing und Vertrieb gemeint – innerhalb weniger Seiten neugierig machen und vom Marktpotenzial der Geschichte überzeugen. Worauf du bei der Zusammenstellung der Unterlagen achten solltest, habe ich in diesem Blogartikel ausführlich erklärt.

3. Die Bewerbung bei Agenturen

Wenn du dich bei Agenturen bewerben möchtest, ist es empfehlenswert, damit zu beginnen und dich nicht parallel an Verlage zu wenden. Agent*innen haben oft einen direkteren Draht zu den Verlagen und können dir vor deiner Bewerbung dort helfen, deine Unterlagen noch einmal zu optimieren sowie deine Geschichte mit „Vertrauensbonus“ an den Verlag senden. Aus demselben Grund kann es hinderlich für die Agentursuche sein, wenn du dein Manuskript vorher schon selbst Verlagen vorgestellt hast und abgelehnt wurdest. Deshalb: Zuerst die Agenturen kontaktieren.

4. Die Bewerbung direkt bei Verlagen

Wenn die Agentursuche nichts ergeben hat, kannst du dich im zweiten Schritt direkt bei Verlagen bewerben. Auch hier brauchst du oft einen langen Atem und ein dickes Fell, aber es ist definitiv nicht unmöglich, einen passenden Verlag zu finden. Mein Tipp hier: Schau dir gerade für dein Debüt auch Kleinverlage an. Diese erhalten im Verhältnis nicht ganz so viele Einsendungen wie die großen Publikumsverlage und die Konkurrenz dort ist etwas geringer.

Extra-Tipp: Viele größere Publikumsverlage schreiben immer mal wieder Wettbewerbe aus, mit denen sie neue Geschichten und Autor*innen suchen. Diese sind thematisch meist spezieller, aber wenn deine Geschichte gerade zu den Anforderungen passt, sind hier die Chancen etwas besser als bei einer Initiativbewerbung.

Im besten Fall hast du am Ende dieser Phase einen Agentur- oder sogar Verlagsverlag — herzlichen Glückwunsch! Im Anschluss wirst du gemeinsam mit dem Verlag deine Geschichte für die Veröffentlichung aufbereiten. Deine Lektorin und eine Korrektorin werden mit dir nochmal intensiv an deinem Text arbeiten. Anschließend folgen Fahnenkorrektur, Satz, Coverdesign und Buchmarketing (teilweise auch parallel) bis dein Roman endlich veröffentlicht wird.

Wenn du an diesem Punkt noch keine Agentur oder einen Verlag gefunden hast, gibt es aber keinen Grund zum Verzagen. Oft dauert es sehr lang und ist mit vielen Absagen verbunden (die oft gar nichts damit zu tun haben, wie gut dein Text ist!), bis es irgendwann passt. Falls du die finanziellen Möglichkeiten und die Motivation hast, kannst du dir die Tür zur Veröffentlichung aber auch selbst öffnen und ab hier einen anderen Weg ausprobieren.

Phase 2B: Selfpublishing

1. Das Lektorat

Als Allererstes geht in diesem Prozess dein Text ins Lektorat. Hier arbeitest du mit deinem/deiner Lektor*in gemeinsam an Inhalt und Stil der Geschichte, um sicherzustellen, dass sie für deine Zielgruppe bestmöglich aufbereitet ist. Für diesen Prozess kannst du ca. 3-6 Monate einplanen, je nach Textläge, Verfügbarkeit deines/deiner Lektor*in und deiner eigenen Arbeitsgeschwindigkeit.

2. Das Korrektorat

Wenn der Text steht, geht es an die Feinheiten: Rechtschreibfehler, vergessene Kommata oder Buchstabendreher spürt das Korrektorat zuverlässig auf. Teilweise erhältst du hier auch Tipps zur Formatierung, Absatzgestaltung oder für den Satz später. Da jede Person, die länger an einem Text arbeitet, früher oder später betriebsblind wird, empfehle ich für das Korrektorat immer eine unvoreingenommene dritte Person, die den Text nochmal mit frischen Augen sieht. Plane für das Korrektorat nochmal ca. 3-5 Wochen ein.

3. Titel und Klappentext

Wenn deine Geschichte fertig ist, geht es über den Text in Richtung Marketing und Vertrieb. Zwei Dinge, die dabei enorm wichtig sind, sind Titel und Klappentext.

Für die Titelfindung empfehle ich dir, mit deinen Testleser*innen und deinem/deiner Lektor*in zu brainstormen. Ebenfalls hilfreich ist es, sich vergleichbare Bücher anzusehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Buchtitel in deinem Genre aktuell aufgebaut sind und klingen. Wenn du Titelideen hast, gib diese unbedingt noch einmal in Suchmaschinen ein, um sicherzugehen, dass es nicht bereits ein anderes Buch mit dem Titel gibt.

Für den Klappentext habe ich in diesem Beitrag eine Anleitung mit Tipps und Tricks verfasst.

4. Das Impressum

In Deutschland gibt es für Publikationen eine Impressumspflicht. Das gilt für Bücher und E-Books sowie für Social-Media-Kanäle und Websites. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Regeln ein wenig. Was aber definitiv enthalten sein muss, sind:

  • Verlagsname oder Name des/der Herausgeber*in/Autor*in. Vorsicht: Hier braucht es den Klarnamen und nicht das Pseudonym!
  • eine ladungsfähige Adresse (kein Postfach)

Falls du dich unwohl damit fühlst, deinen Namen und deine Anschrift öffentlich zugänglich zu machen, kannst du auch einen Impressumsservice nutzen. Dann kannst du dessen Name und Anschrift anstatt deiner im Impressum angeben.

5. Der Buchsatz

Anschließend wird der Text gesetzt. Hier gibt es für Print und E-Books ganz unterschiedliche Anforderungen. Es ist möglich, diesen Schritt selbst zu übernehmen, aber das erfordert eine umfangreiche Einarbeitung in die Materie. Schneller und sicherer ist es meiner Erfahrung nach, hierfür eine*n Dienstleister*in zu beauftragen. Viele bieten auch Satz und Cover als Paket an.

6. Das Coverdesign

Parallel zum Buchsatz geht es nun auch an den “Außenauftritt” deiner Geschichte. Ein Cover, das die Zielgruppe anspricht, zum Genre passt und die Atmosphäre und das Leseversprechen deiner Geschichte einfängt, entscheidet oft darüber, ob eine Person überhaupt Interesse und Neugier entwickelt und sich das Buch genauer ansieht. Deshalb empfehle ich auch für diesen Schritt fast immer die Zusammenarbeit mit einem/einer Designer*in, der/die auf Buchcover spezialisiert ist. Das Fachwissen ist einfach unschlagbar. Was für eine gelungene Zusammenarbeit wichtig ist, erklärt die Designerin Sandra Kraut hier.

7. Eigenverlag vs. Plattform

Hier kommt es stark darauf an, was deine Wünsche und Ziele für die Veröffentlichung sind: Genügt es dir, als E-Book zu veröffentlichen oder möchtest du auch ein Print herausbringen? Wenn ja, in welcher Ausstattung und als Print-on-Demand oder als Auflagendruck? Soll dein Buch ins Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) kommen und somit auch über den stationären Buchhandel bestellbar sein? Oder möchtest du exklusiv mit einem Distributor (z. B. Amazon) arbeiten, um möglichst hohe Margen zu erzielen? Möchtest du dich selbst um ISBN und ggf. ISNI kümmern oder das einem Distributor überlassen?

Du siehst schon, hier spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle und es ist ganz dir überlassen, wie viel du in der Hand behalten und wie viel du abgeben möchtest. Es gibt Distributoren, die alles für dich übernehmen, genauso ist es aber auch möglich, alles selbst zu machen. Gerade für den Anfang würde ich dir allerdings empfehlen, eine Plattform zu nutzen, die den Vertrieb für dich übernimmt. So bist du breit aufgestellt und dein Buch auf verschiedenen Kanälen verfügbar, ohne dass du dich zu tief in die Materie einarbeiten musst.

Mehr zu den Möglichkeiten und Überlegungen dieses Schritts erklärt der Selfpublisher-Verband in diesem Blogartikel.

8. Preis festlegen & Metadaten erstellen

Wenn du dein Buch schließlich bei einem Distributor einstellst, gibt es nochmal eine ganze Menge Entscheidungen zu treffen: Was soll das Buch kosten? Und wo und wie soll es gefunden werden? Welche Aspekte der Geschichte sind relevant für die Zielgruppe?

An dieser Stelle gibst du nicht nur Daten wie Titel und Klappentext ein, sondern kannst oft auch dedizierte Werbetexte für den Online-Vertrieb oder für Buchhandlungen ergänzen. Auch spezielle Schlagworte, mit denen das Buch später gefunden werden soll, kannst du hier einweben.

Zudem musst du an dieser Stelle natürlich einen Preis für dein Buch festlegen, bzw. zwei Preise, wenn du sowohl E-Book als auch Printexemplar veröffentlichst. Hier empfiehlt es sich, die Preisgestaltung ähnlicher Titel anzusehen und dir darüber Gedanken zu machen, wer deine Zielgruppe ist.

9. Probedruck

Erscheint dein Buch als Printexemplar, wird es nun Zeit für den letzten Schritt: Bestelle dir einen Probedruck und prüfe noch einmal, ob alles passt: Sind die Schriftarten gut lesbar und die Abstände zum Seitenrand und innerhalb der Zeilen und Absätze groß genug? Sind Titel, Autor*innenname und Klappentext fehlerfrei? Gibt es Satz- oder Druckfehler (z. B. weiße Seiten, Hurenkinder oder Schusterjungen)? Ist das Impressum korrekt?

Hier hast du noch einmal die Möglichkeit, letzte Anpassungen vorzunehmen und Fehler auszumerzen, bevor du dein Buch veröffentlichst.

Phase 3: Die Veröffentlichung

1. Buchmarketing für die Phase vor der Veröffentlichung

Spätestens, wenn du Phase 2B beginnst, wird es Zeit, mit dem Buchmarketing zu beginnen. Überlege dir, auf welchen Kanälen du dir vorstellen könntest, über deinen Schreibprozess und deine Geschichte zu sprechen und wie viel Zeitaufwand du realistisch regelmäßig dafür aufbringen kannst. Willst du eine Autor*innenwebsite mit Infos zum Buch und Pressematerial anlegen? Einen Social-Media-Account betreuen? Die Presse kontaktieren? Mit Blogger*innen arbeiten? Eine Vorbestell-Aktion organisieren? Lesungen planen? Direkt mit Buchhändler*innen vor Ort in Kontakt kommen? Mein Tipp hier: Gerade am Anfang kannst du verschiedene Kanäle testen und schauen, womit du dich wohlfühlst. Wenn du das einmal weißt, scheue dich aber nicht davor, dich auf deine liebsten Kanäle zu reduzieren, damit du deine Energie gezielter einsetzen kannst.

2. Die Veröffentlichung

Die Wochen rund um die Veröffentlichung kannst du dann nochmal alles geben, um sicherzustellen, dass deine Zielgruppe dein Buch sieht: Vielleicht organisierst du eine Blogger*innen-Aktion oder eine Launch-Party mit Lesung? Vielleicht veranstaltest du ein Gewinnspiel? Scheue dich nicht davor, hier dein Netzwerk zu aktivieren und Menschen zu kontaktieren, die dich vielleicht dabei unterstützen könnten.

Achte aber auch darauf, dir rund um den Erscheinungstag ein wenig Zeit einzuräumen, um diesen Erfolg zu feiern und dich für all die harte Arbeit zu belohnen. Dein Traum vom eigenen Buch wird endlich wahr!

Wenn du kannst, versuche dir nach den ersten Wochen der Veröffentlichung genug Pausen und Ruhe (vielleicht sogar einen Urlaub?) einzuplanen, um deine Kräfte aufzutanken und nicht ins Risiko zu geraten, auszubrennen.

3. Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek senden

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt nach eigener Angabe “alle Publikationen in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in Deutschland, in deutscher Sprache, als Übersetzung aus der deutschen Sprache oder über Deutschland veröffentlicht wurden.”

Als Autor*in bist du verpflichtet, unentgeltlich und unaufgefordert bei Druckprodukten zwei Exemplare und bei Netzpublikationen (z. B. E-Book) ein Exemplar an die DNB zu senden. Falls du mit einem Verlag veröffentlichst, übernimmt dieser das für dich, bei Distributoren müsstest du prüfen, ob diese Dienstleistung enthalten ist.

Mehr Informationen dazu finden sich auf der Website des DNB.

4. Buchmarketing für die Phase nach der Veröffentlichung

Sobald dein Buch erschienen ist, gilt es, an das bisherige Marketing anzuknüpfen. Gib Leser*innen die Möglichkeit, in Kontakt mit dir zu kommen — sei es online oder vor Ort bei Lesungen oder Veranstaltungen. Trau dich, in einem Rahmen, der sich für dich gut anfühlt, um Rezensionen zu bitten. Sprich Buchhändler*innen oder Bibliothekar*innen um die Ecke an und stell ihnen deine Geschichte vor, falls du es noch nicht getan hast. Sprich über dein Buch, wo du kannst und bleibe in Kontakt mit deinen Unterstützer*innen. Wenn du bereits an neuen Geschichten arbeitest, kannst du auch darüber sprechen und den Schwung der Veröffentlichung nutzen, um in die Vorbereitungs-Phase für dein nächstes Buch zu starten.

Meine Extra-Tipps

1. So früh wie möglich Sichtbarkeit aufbauen

Das beste Buch wird keine Leser*innen begeistern, wenn diese nicht wissen, dass es existiert. Gerade auf dem aktuell übersättigten Buchmarkt mit einer großen Anzahl an Titeln ist es aber gar nicht so leicht, diese Sichtbarkeit aufzubauen. Deshalb empfehle ich, dir schon so früh wie möglich Gedanken zu machen, welche Kanäle und Mittel du nutzen möchtest, um auf dich und dein Buch aufmerksam zu machen. Das gilt nicht nur, wenn du im Selfpublishing veröffentlichen willst, sondern auch, wenn du dich bei Verlagen oder Agenturen bewerben möchtest. Bereits vorhandene Sichtbarkeit und Reichweite kann dir hier einen Vorteil einbringen.

2. Netzwerken

Ein Buch entsteht nie im Alleingang. Umso wichtiger und hilfreicher ist es, ein kleines, feines Netzwerk an Kolleg*innen, Branchenmenschen und Interessierten um sich zu haben, die bereit sind, dich auf dem Weg zu begleiten, zu motivieren und zu unterstützen.

Anlaufpunkte hierfür können Schreibgruppen an deinem Wohnort oder online auf Social Media oder in Foren sein. Auch der Bundesverband junger AutorInnen e. V. (ohne Altersbeschränkung) bietet dir die Möglichkeit, dich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, dazuzulernen und von der Expertise anderer zu profitieren.

3. Ein Schnupperlektorat in Anspruch nehmen

Auch ein kostenloses Schnupperlektorat können Mitglieder des BVjA in Anspruch nehmen. Hierbei prüft ein*e Lektor*in einen kleinen Ausschnitt deines Textes, ähnlich einem Probelektorat, und gibt dir ein erstes Gefühl dafür, wo deine Stärken im Schreibhandwerk liegen und wo du noch dazulernen kannst.

4. Auf Stipendien bewerben oder an Wettbewerben teilnehmen

Stipendien oder Wettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, um schon einmal einen Fuß in die Tür zu bekommen. Manche Verlage veranstalten direkt Wettbewerbe für Kurzgeschichten oder sogar Romane, bei denen die Gewinner*innen veröffentlicht werden. Auch gibt es verschiedene Arbeitsstipendien, wie z. B. für Fantasy das PAN-Stipendium, die Autor*innen in Anspruch nehmen können, während sie noch an ihrer Geschichte arbeiten. Hier erhältst du manchmal eine finanzielle Förderung, oft eine fachliche Unterstützung (z. B. Mentorship, Workshops etc.), aber auch Schreibaufenthalte etc. sind denkbar.


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Annalena Rauh am Schreibtisch, lächelt in die Kamera, im Hintergrund der Arbeitsplatz mit Laptop und Pflanzen.
© Annalena Rauh, 2024