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Kein Geld fürs Lektorat? So bringst du deinen Roman auch mit kleinem Budget voran

Für den Traum vom eigenen Roman gibst du alles: Du schlägst dir die Nächte um die Ohren, zwackst im Bus oder in der Mittagspause jede freie Minute ab, um deinen Charakteren durch die Geschichte zu folgen, und lässt deine Lieblingsserie ausfallen, um diese eine knifflige Szene noch mal zu überarbeiten. Wenn dann nach all der Arbeit plötzlich das Wörtchen „Ende“ unter dem Text steht, ist das ein echter Gänsehaut-Moment. Deine Geschichte ist fertig und du kannst es kaum erwarten, sie mit der Welt zu teilen. Du wünschst dir begeisterte Leser*innen und dafür führt dein erster Weg (wie sollte es auch anders sein ;)) zum Lektorat.

Doch hier kann es schnell ernüchternd werden, denn: Nicht jede*r hat mal eben ein paar hundert oder tausend Euro übrig, um seinen/ihren Text gemeinsam mit einem Profi zu überarbeiten.

Als Lektorin bestreite ich meinen Lebensunterhalt damit, das Beste aus Manuskripten herauszuholen und ihnen den Weg zu vielen begeisterten Leser*innen zu ebnen. Gleichzeitig verstehe ich vollkommen, dass das Lektorat eine Investition ist, die sich nicht jeder leisten kann: Ein Lektorat ist Luxus.

Wir leben in einer Zeit, in der viele auf ihre Ausgaben achten müssen (ich eingeschlossen). Wenn du dich dafür entscheidest, mit mir zusammenzuarbeiten, möchte ich, dass du das ganz entspannt tun kannst. Das Lektorat soll eine Erfahrung sein, die dir Freude bereitet, dich inspiriert und dir hilft, deinen Roman weiterzuentwickeln, ohne dass du dir dabei den Kopf über deine Ausgaben zerbrechen musst.

Aber: Dein Buch muss nicht in der Schublade versauern, nur weil dir gerade die finanziellen Mittel für ein Lektorat fehlen. Deshalb habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, wie du deinen Roman weiterbringen kannst, ohne gleich tief in die Tasche zu greifen.

  1. Testleser*innen finden: Feedback aus erster Hand
  2. Netzwerken: Kontakte zu anderen Autor*innen knüpfen
  3. Kostenlose Materialien nutzen: E-Books, Webinare und Co.
  4. DIY-Lektorat: Dein Manuskript selbst überarbeiten
  5. Teillektorat: Stärken und Baustellen ausloten

1. Testleser*innen finden: Feedback aus erster Hand

Testleser*innen sind Gold wert! Sie helfen dir, Schwachstellen in deinem Manuskript zu erkennen und geben dir ein erstes Gefühl dafür, wie deine Geschichte bei Leser*innen ankommt. Ob Plotholes, flache Charaktere oder holprige Dialoge: Testleser*innen sehen oft Dinge, die du selbst gar nicht mehr bemerkst.

Frage in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach, oder suche online in Schreibforen oder über die sozialen Medien. Hier gibt es oft Menschen, die sich gerne in neue Geschichten stürzen und ihre Meinung dazu abgeben. Besonders, wenn es deine erste Geschichte ist, empfehle ich, dir für den Anfang Testleser*innen zu suchen, denen du vertraust und deren Feedback dich bestärkt. Achte zudem darauf, dass deine Testleser*innen das Genre deiner Geschichte gerne lesen.

Damit du das meiste aus deiner Zusammenarbeit mit deinen Testleser*innen herausholen kannst, ist es hilfreich, vorab eure Erwartungen klar zu besprechen. Gib deinen Testleser*innen vielleicht zuerst eine Leseprobe und einen ersten Überblick über den Inhalt, um herauszufinden, ob deine Geschichte überhaupt ihr Interesse weckt. Um das anschließende Feedback für dich verwertbar zu machen, kannst du deinen Testleser*innen außerdem einen (detaillierten) Fragebogen mitgeben, den sie während des Lesens ausfüllen können.

Behalte dabei aber auch immer im Hinterkopf, dass Testleser*innen keine geschulten Lektor*innen sind. Sie können grobe Fehler und Schwachstellen identifizieren und dir ein erstes Gefühl darüber geben, wie andere deine Geschichte wahrnehmen, doch keine tiefgreifende Textbearbeitung gewährleisten.

2. Netzwerken: Kontakte zu anderen Autor*innen knüpfen

Wenn es dir wie mir geht, dann ist allein das Wort „netzwerken“ ein rotes Tuch für dich. Als Introvertierte hat es mich zu Anfang ganz schön viel Überwindung gekostet, mich zu zeigen und mit anderen Schreibenden in Kontakt zu treten. Aber: Es ist nicht so schwer, wie du es dir vorstellst. Und: ein kleines, aber feines Netzwerk aus Gleichgesinnten um dich zu haben, ist ein absoluter Gamechanger.

Es gibt tausende Möglichkeiten, andere Schreibende kennenzulernen. Tritt einem Online-Forum wie der Schreibnacht bei, vernetze dich auf einem Discord-Server für Schreibende oder tausche dich in sozialen Netzwerken wie auf Instagram, TikTok oder Bluesky aus. In vielen größeren Städten gibt es auch Schreibgruppen oder offene Literaturabende, wo Schreibende ihre Texte lesen oder sich einfach nur über die Texte anderer austauschen können.

Egal, welche Art des Austauschs du bevorzugst, Kontakte zu anderen Schreibenden helfen dir langfristig, motiviert zu bleiben und dein Schreibhandwerk voranzubringen. Andere Autor*innen können dir Tipps zur Überarbeitung geben, dir bei Problemen mit deiner Geschichte weiterhelfen und sogar zu Testleser*innen werden. Ihr könnt Texte austauschen und euch gegenseitig Feedback geben. So bringst du deine Geschichte voran und schließt mit etwas Glück sogar neue Freundschaften.

3. Kostenlose Materialien nutzen: E-Books, Webinare und Co.

Die Welt des Internets ist voller kostenloser Schätze, die dich weiterbringen können. Es gibt jede Menge Blogs, YouTube-Kanäle und E-Books, die sich mit den Themen Schreiben, Überarbeiten und Lektorieren beschäftigen. Nutze diese Ressourcen, um dein Wissen zu erweitern und dein Manuskript zu verbessern.

4. DIY-Lektorat: Dein Manuskript selbst überarbeiten

Ein Lektorat kostet Geld, doch je besser du dein Manuskript vorbereitest, desto geringer fallen später die Kosten dafür aus. Wenn du bereits eine Geschichte mit einem soliden Fundament lieferst, kann sich dein*e Lektor*in gemeinsam mit dir direkt an die Feinheiten machen. Das spart Arbeitszeit und Geld.

Wie du dein Manuskript fürs Lektorat aufpolierst, erkläre ich in diesem Blogbeitrag.

5. Teillektorat oder Manuskriptgutachten: Stärken und Baustellen ausloten

Wenn du auf professionelle Unterstützung nicht verzichten möchtest, aber gerade nicht die Mittel für ein komplettes Lektorat aufwenden kannst, können ein Teillektorat oder ein Manuskriptgutachten dir bereits weiterhelfen.

1. Manuskriptgutachten: Für Aufbau, Inhalt & Figurenentwicklung

Ein Manuskriptgutachten lohnt sich besonders dann, wenn du allgemeines Feedback zu Aufbau, Inhalt und Figurenentwicklung möchtest. Hierbei liest dein*e Lektor*in deinen gesamten Text und achtet dabei auf den Spannungsbogen, die Charakterentwicklung und den durchgehenden roten Faden. Anschließend erhältst du ein Gutachten, das Verbesserungspotenziale aufzeigt. Dadurch hast du eine handfeste Grundlage, mit der du selbst weiterarbeiten kannst.

2. Teillektorat: Für Schreibstil und knifflige Stellen

Bei einem Teillektorat prüft ein*e Lektor*in ein paar Kapitel aus deinem Buch detailliert und gibt dir dazu Feedback. Das ist besonders sinnvoll, wenn du eine bestimmte Stelle hast, an der du unsicher bist, oder generell Feedback zu den Stärken und Schwächen deines Schreibstils möchtest. Ein Teillektorat erfolgt direkt am Text und zeigt dir an einem konkreten Ausschnitt deines Manuskripts, worauf du bei einem DIY-Lektorat innerhalb der Szenen besonders achten solltest.

Deinen Roman voranzubringen, muss nicht teuer sein

Obwohl ich als geschulte Lektorin nach wie vor überzeugt bin, dass jeder Roman ein professionelles Lektorat benötigt und verdient, gibt es viele Wege, um die Kosten dafür zu senken. Viele Lesende oder Schreibende bieten sich gegenseitig Unterstützung an und es gibt zahlreiche kostenlose Ressourcen wie Blogs, YouTube-Kanäle oder E-Books, die dir helfen, dein Manuskript auch ohne großes Budget zu verbessern. Auch ein Teillektorat oder ein Manuskriptgutachten können dir bereits hilfreiches Feedback geben und dir helfen, dein Handwerk zu verbessern. Deinen Roman voranzubringen, muss also nicht teuer sein.


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Annalena Rauh am Schreibtisch, lächelt in die Kamera, im Hintergrund der Arbeitsplatz mit Laptop und Pflanzen.
© Annalena Rauh, 2024