Beitragsbild zum Blogbeitrag "Eine Normseite formatieren: Schritt für Schritt zur Word-Vorlage"

Normseite einrichten – in wenigen Minuten dein Manuskript fürs Lektorat vorbereiten

Egal, ob du gerade dein erstes Buch schreibst oder schon ein alter Hase bist – die Normseite gehört zu den wichtigsten Grundlagen für jede*n Schriftsteller*in. Aber was genau steckt dahinter? In diesem Beitrag erfährst du, was eine Normseite ist, warum sie in der Schreibwelt so wichtig ist und wie du sie ganz einfach in Word einrichten kannst.

  1. Was ist eine Normseite?
  2. Wofür braucht man Normseiten?
  3. Wie viele Wörter hat eine Normseite?
  4. Ist eine Normseite dasselbe wie eine Buchseite?
  5. Wie richtet man eine Normseite in Word ein?

Was ist eine Normseite?

Wenn du dich schon ein bisschen mit dem Schreib- und Veröffentlichungsprozess beschäftigt hast, bist du vielleicht auch auf den Begriff Normseite gestoßen. Aber was ist das eigentlich? Ganz einfach: Eine Normseite ist ein standardisiertes Seitenformat, das vor allem in der Verlagswelt genutzt wird. Sie sorgt dafür, dass Verlage, Lektor*innen und alle anderen Dienstleister*innen rund ums Buch den Umfang eines Textes besser abschätzen können, unabhängig davon, wie das fertige Buch am Ende aussehen soll. Die Definition einer Normseite stammt noch aus der Zeit der Schreibmaschinen. Damals stellte man die feste Anzahl von 60 Zeichen pro Zeile ganz einfach mithilfe eines Schiebereglers ein. Auf dieser Grundlage hat man dann die Honorare der Autor*innen berechnet.

Wofür braucht man Normseiten?

Eine Normseite einzurichten klingt erstmal nach einem ganz schönen Aufwand, oder? Doch in der Verlagsbranche ist die Normseite eine der wichtigsten Einheiten für die Bearbeitung und Veröffentlichung eines Textes. Hier kommt sie überall zum Einsatz:

  • Im Lektorat und Korrektorat: Fragst du ein Lektorat oder Korrektorat an, gibst du üblicherweise den Umfang deines Manuskripts in Normseiten an. So können Lektor*innen und Korrektor*innen den Arbeitsaufwand präzise einschätzen und dir ein auf deinen Text zugeschnittenes Angebot unterbreiten.
  • Im Buchsatz: Auch Setzer*innen benötigen eine Auskunft darüber, wie viele Normseiten dein Text umfasst, um ihren Aufwand und dementsprechend auch das Honorar zu berechnen.
  • Im Verlag: Anhand der Normseite kalkulieren Verlage die Kosten für die Veröffentlichung eines Manuskripts – vom Lektorat und Korrektorat über den Satz und die Materialkosten für den Druck bis hin zum Endpreis des fertigen Buches und deinem Honorar als Autor*in. Zudem bietet die Anzahl der Normseiten einen Anhaltpunkt für die zeitliche Planung des Projekts.

Aber nicht nur in der Verlagswelt sind Normseiten nützlich – auch bei Drehbüchern, wissenschaftlichen Arbeiten oder anderen Textaufträgen sorgen sie für klare Verhältnisse.

Und wie viele Wörter hat eine Normseite nun?

Das ist die große Frage, oder? Der Umfang der Normseite wurde ursprünglich 1992 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Verband deutscher Schriftsteller festgelegt als 30 Zeilen zu jeweils maximal 60 Anschlägen. Das entspricht zwischen 1.500 und 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen pro Seite. Üblicherweise sind das ungefähr 250 bis 300 Wörter. Diese Einheitlichkeit macht es super einfach, den Umfang deines Manuskripts oder einer Geschichte zu überblicken.

Ist eine Normseite dasselbe wie eine Buchseite?

Hier ist die Antwort ein ganz klares Nein. Eine Normseite ist nicht dasselbe wie eine Buchseite. Während eine Buchseite je nach Layout, Schriftgröße und Format unterschiedlich viele Wörter und Zeichen fassen kann, bleibt die Normseite immer gleich. Sie hilft Verlagen, Agenturen und auch dir selbst dabei, den Textumfang objektiv einzuschätzen. Was im fertigen Buch vielleicht 300 Seiten füllt, könnte als Normseiten-Manuskript nur 200 oder 250 Seiten lang sein. Also: Normseite und Buchseite – zwei Paar Schuhe!

Wie richtest du eine Normseite in Word ein?

Jetzt, da du weißt, was eine Normseite ist und wozu du sie überhaupt brauchst, geht’s ans Eingemachte! So richtest du Schritt für Schritt in wenigen Minuten eine Normseite in Word ein:

1. Schriftart und -größe: Wähle die Schriftart „Courier New“ in 12 pt. Ja, sie sieht ein bisschen altmodisch aus, aber sie ist super, weil sie nichtproportional (monospaced) ist – das bedeutet, jedes Zeichen nimmt den gleichen Platz ein. Wie auf der Schreibmaschine früher.

Anzeige der Absatzeinstellungen in Word. Mit roten Markierungen hervorgehoben sind die Einstellungen Allgemein > Ausrichtung > Links; Einzug > Sondereinzug > Erste Zeile > 1,25cm und Abstand > Zeilenabstand > Doppelt

[Die Absatz-Einstellungen erreichst du unter Start > Absatz > Klick auf den kleinen Pfeil in der rechten unteren Ecke]

2. Textausrichtung: Wähle die Ausrichtungsart „links“ oder „linksbündig“. Diese Art des Textsatzes bezeichnet man auch als Flattersatz. Sie macht deinen Text einfach lesbar.

4. Absatzeinzug: Stell einen Einzug von 1,25 cm für die erste Zeile deiner Absätze ein. Das macht das Ganze schön übersichtlich.

4. Zeilenabstand: Wähle einen doppelten Zeilenabstand. (Alternativ funktioniert auch die Einstellung „genau 24 pt.“) Das ist der Sweet Spot zwischen zu dicht und zu luftig.

Abbildung des Seite-einrichten-Menüs in Word. Mit roter Umrandung hervorgehoben sind die Einstellungen Seitenränder Oben > 2 cm; Unten > 2 cm; Links > 3 cm; Rechts > 2,8 cm

[Die Seitenrand-Einstellungen erreichst du im Tab Layout, ganz links unter „Seitenränder“ mit Klick auf „Benutzerdefinierte Seitenränder“]

5. Seitenränder: Stell die Seitenränder oben auf 2 cm, unten auf 2 cm, links auf 3 cm und rechts auf 2,8 cm ein. Das gibt deinem Text genug Luft zum Atmen.

6. Fett-Druck, Unterstreichungen und Großbuchstaben: Sofern nicht unbedingt erforderlich für den Text, solltest du auf diese Spezialformatierungen verzichten. Hervorhebungen kannst du in Kursivschrift vornehmen. Alles andere sollte dein Text auch ohne Formatierungen übermitteln.

7. Silbentrennung: Überprüfe, dass die Silbentrennung deaktiviert ist.

8. Kopf- und Fußzeile: Füge mit Doppelklick auf den oberen Rand deines Dokuments eine Kopfzeile hinzu. Füge dann unter „Seitenzahl“ Seitenzahlen hinzu. Du kannst nun zurück in den Start-Tab wechseln und die Kopfzeile wie folgt formatieren: Schriftart Courier New, Größe 12 pt., linksbündig. Ergänze nun vor deiner Seitenzahl den Arbeitstitel deines Manuskripts, deinen Namen und das aktuelle Jahr. Nach dem Jahr fügst du zwei Tabstopps ein, sodass die Seitenzahl am Schluss rechts steht. Wenn du möchtest, kannst du in der Fußzeile ebenfalls Informationen hinterlegen, z. B. deine Kontaktdaten oder Adresse.

Zum Schluss kannst du deine Normseite noch einmal auf die folgenden Aspekte prüfen:

  • Zeilen pro Seite: Eine Normseite sollte etwa 30 Zeilen umfassen. Dafür kannst du nach dem Formatieren einfach kurz nachzählen und gegebenenfalls noch feintunen.
  • Zeichen pro Zeile: Pro Zeile sollten etwa 60 Zeichen stehen, inklusive Leerzeichen. Auch hier gilt: Nach dem Formatieren checken und bei Bedarf anpassen.

Et voilà, deine Normseite ist ready to go!

Jetzt nicht vergessen, deine Vorlage direkt abzuspeichern, damit du sie bei Bedarf auf weitere Manuskripte anwenden kannst.

Dazu gehst du einfach im Start-Tab auf Formatvorlagen und klickst auf „Formatvorlage erstellen“. Hier kannst du die Vorlage noch benennen und schon hast du die Vorarbeit für alle weiteren Manuskripte geleistet. Toll, oder?

Jetzt, wo deine Normseite fertig eingerichtet ist, bleibt nur noch eines: das Schreiben. Egal, ob du gerade an deinem ersten Buch arbeitest oder schon ein Profi bist – die Normseite ist ein treuer Begleiter auf deinem Weg.


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Annalena Rauh am Schreibtisch, lächelt in die Kamera, im Hintergrund der Arbeitsplatz mit Laptop und Pflanzen.
© Annalena Rauh, 2024