
Klappentext schreiben: Aufbau, Tipps und Beispiele für den perfekten Klappentext
Ein fesselnder Klappentext ist das Aushängeschild deines Romans. Er entscheidet darüber, ob Leser*innen dein Buch aufschlagen oder es zurück ins Regal stellen. In diesem Artikel erfährst du, wie du einen Klappentext schreibst, der Leser*innen überzeugt, mit Beispielen und praktischen Tipps.
- Wozu braucht man überhaupt einen Klappentext?
- Woraus besteht ein Klappentext?
- Wie lang darf ein Klappentext sein?
- Wie sind Klappentexte aufgebaut?
- In welcher Zeitform schreibt man einen Klappentext?
- Do’s und Don’ts für Klappentexte
- Wie schreibe ich den perfekten Klappentext?
- Beispiele für gelungene Klappentexte
- Die wichtigsten Punkte in Kürze
Wozu braucht man überhaupt einen Klappentext?
Ein Klappentext ist grob gesagt ein Teaser, der die Neugier potenzieller Leser*innen wecken soll. Ähnlich wie ein Film-Trailer offenbart der Klappentext nur Ausschnitte und gibt einen ersten Einblick, was Leser*innen in deinem Roman erwartet. Ein Klappentext erfüllt drei Funktionen:
- Er gibt Leser*innen, die sich für das Buch interessieren, einen groben Überblick über den Inhalt.
- Er dient als schnelle Informationsquelle für Buchhändler*innen, die dein Buch an Leser*innen vermitteln.
- Er hebt die Besonderheit und Einzigartigkeit des Buches hervor.
Ein Klappentext macht also neugierig, ist aber keine Zusammenfassung des gesamten Buchinhalts. Er erzeugt im Idealfall eine klare Erwartungshaltung, lässt aber Raum für Spekulationen und Neugier.
Woraus besteht ein Klappentext?
Der Begriff Klappentext meint ganz ursprünglich den Text, der auf dem Schutzumschlag eines Buches in der vorderen Umschlagklappe steht. Da mittlerweile nicht mehr jedes Buch einen Schutzumschlag hat, verwendet man den Begriff heute aber allgemein auch für Texte, die auf der Buchrückseite abgedruckt sind (Buchrückseitentext) sowie den Beschreibungstext bei digitalen Veröffentlichungen.
In erster Linie ist der Klappentext ein Marketinginstrument, das dazu da ist, potenzielle Leser*innen neugierig zu machen und zum Kauf zu bewegen. Deshalb kann der Klappentext neben der üblichen Inhaltsangabe auch weitere Elemente, wie beispielsweise ein besonders treffendes Zitat, Informationen zu Autor*in oder kurze Ausschnitte aus positiven Rezensionen enthalten. Wichtig ist, dass du bei all dem ehrlich bleibst und keine falsche Erwartungshaltung erzeugst.
Wie lang darf ein Klappentext sein?
Idealerweise umfasst ein Klappentext etwa 100 bis 200 Wörter, wobei die Inhaltsangabe mindestens 100 Wörter einnehmen sollte. Diese Länge reicht aus, um die wichtigsten Aspekte deines Romans darzustellen, ohne Leser*innen zu überfordern. Es geht darum, Neugier zu wecken und einen Eindruck von der Geschichte zu vermitteln, ohne zu viel zu verraten.
Wie sind Klappentexte aufgebaut?
Den Kern eines jeden Klappentextes bildet die Inhaltsangabe. Hier geht es darum, in fünf bis zehn kurzen Sätzen die Neugier der Leser*innen zu wecken. Der Aufbau einer Inhaltsangabe folgt dabei in der Regel einer klaren Struktur:
- Einführung: Die Hauptfigur oder das zentrale Thema des Romans wird kurz vorgestellt. Es ist wichtig, Leser*innen sofort in die Welt des Buches hineinzuziehen.
- Konflikt: Nach der Einführung sollte der zentrale Konflikt oder das Hauptproblem der Geschichte angedeutet werden. Dieser Teil weckt das Interesse der Leser*innen und zeigt, dass die Handlung spannend und emotional fesselnd ist.
- Spannungsbogen: Ohne zu viel zu verraten, sollte der Klappentext einen Spannungsbogen aufbauen. Hier darfst du deinen Leser*innen Hinweise darauf geben, welche Herausforderungen auf die Figuren warten.
- Offener Schluss: Der Klappentext endet oft mit einer offenen Frage oder einem Cliffhanger. Dies regt die Fantasie der Leser*innen an und motiviert sie, das Buch zu kaufen, um herauszufinden, wie die Geschichte ausgeht.
Weiterhin kannst du ein treffendes Zitat voran- oder nachstellen, eine Leser*innenstimme aufführen oder wichtigen Informationen zu Autor*in geben (besonders im Nonfiction-Bereich wichtig).
In welcher Zeitform schreibt man einen Klappentext?
Klappentexte werden üblicherweise im Präsens verfasst, da diese Zeitform die Handlung unmittelbar und spannend wirken lässt. Das Präsens vermittelt den Eindruck, dass das Geschehen gerade jetzt passiert und zieht Leser*innen direkt in die Geschichte hinein.
Was gehört in einen Klappentext und was nicht?
Die Grundlagen zu Klappentexten sitzen, doch viele Autor*innen scheitern dennoch an den Details. Diese Übersicht zu den Do’s and Don’ts bei Klappentexten hilft dir, das zu vermeiden.
| Don’ts | Do’s |
|---|---|
| Sensationen & Vergleiche: Du bist höchstwahrscheinlich nicht die neue J.K. Rowling. Und vermutlich ist deine Geschichte auch nicht die fesselndste oder rührendste des Jahres (tut mir leid). Anstatt dein Buch selbst zum Bestseller zu erklären, überlasse es lieber deinen Leser*innen, darüber zu urteilen. | Einordnen: Nutze Schlüsselbegriffe deines Genres, um Leser*innen auf einen Blick klarzumachen, was sie von deinem Buch erwarten können. |
| Zu viele Details und Nebenhandlungen: Der Klappentext ist nicht die Inhaltsangabe des Buches. Nebenhandlungen und Details haben hier nichts zu suchen. | Kurz halten: Beschränke dich auf den Kern deiner Geschichte und zeige Leser*innen gerade genug, um sie neugierig zu machen. |
| Überflüssige Adjektive & Tautologien: Bösewichte sind böse, Geheimnisse geheim, Schätze versteckt (Tautologie) – Adjektive kosten dich Platz im Klappentext. Verwende sie deshalb nur dort, wo sie auch tatsächlich unerlässlich sind. | Klar formulieren: Verwende eine prägnante und verständliche Sprache. Klare Verben und Schlüsselwörter helfen Leser*innen, den Roman auf einen Blick einzuordnen. |
| Zu allgemeine Aussagen: Vermeide Phrasen, die nichts über die Einzigartigkeit deiner Geschichte aussagen. | Emotionalität: Nutze emotionale Begriffe, um das Interesse zu wecken und eine Verbindung zur Geschichte herzustellen. |
| Spoiler: Vermeide es, wichtige Wendungen oder das Ende der Geschichte zu verraten. | Neugier wecken: Gib Leser*innen gerade genug Informationen, um Hauptfigur und Konflikt einzuordnen, lass ihnen aber Raum, um eigene Vermutungen anzustellen und neugierig zu werden. |
| Rechtschreib- und Grammatikfehler: Der Klappentext ist das Aushängeschild deines Romans. Wenn er bereits vor Fehlern strotzt, wird kein*e Leser*in überhaupt ins Buch blättern. | Teste deinen Text: Lass den Klappentext von Freund*innen oder Testleser*innen prüfen. Ihre Reaktionen können dir wertvolle Hinweise geben, ob der Text neugierig macht oder nicht. |
Wie schreibe ich denn jetzt den perfekten Klappentext für meinen Roman?
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Anfangen ist immer das Schwerste. Gerade du als Autor*in kennst deine Geschichte in- und auswendig, was es oft schwer macht, sie auf wenige Sätze herunterzubrechen. Mit hilft es in diesem Fall immer, mich in die Lage der Leser*innen hineinzuversetzen. Was würde sie dazu bringen, dein Buch zu kaufen? Was erwarten sie von deiner Geschichte? Und was erwartet deine Leser*innen in deinem Buch?
Wenn du dein Genre und deine Zielgruppe bereits gut kennst, kannst du dir Vergleichswerke heranziehen und deren Klappentexte anschauen. Welche Schlagwörter werden benutzt, um das Genre zu kennzeichnen? Werden oft Zitate genutzt? Werden Autor*innen vorgestellt?
Anschließend kannst du verschiedene Versionen des Klappentextes entwerfen und sie dann vergleichen. Experimentiere mit unterschiedlichen Formulierungen und Strukturen und frage Freund*innen oder Testleser*innen nach ihrer Meinung. So erschaffst du einen Text, der überzeugt.
Beispiele für gelungene Klappentexte
Weil so viel Theorie ohne ein paar gute Beispiele nur halb so schön ist, habe ich dir im Folgenden mal ein paar gelungene Klappentexte aus verschiedenen Genres zusammengestellt. Schau gern einmal, wie dort die verschiedenen Romane beworben werden und welche Schlagworte und Aspekte genutzt werden.
Die wichtigsten Punkte in Kürze
- Der Klappentext ist das Aushängeschild deines Romans.
- Er sollte etwa 100 bis 200 Wörter lang sein und wird im Präsens verfasst.
- Den Kern des Klappentextes bildet die Inhaltsangabe; er kann darüber hinaus jedoch auch ein Zitat, Leser*innenstimmen oder Informationen zu Autor*in enthalten.
- Der perfekte Klappentext ist prägnant, emotional und weckt Neugier, ohne zu viel zu verraten.
- Ein Klappentext enthält weder Spoiler noch überflüssige Details. Stattdessen erzeugt er eine klare Erwartungshaltung bezüglich Genre & Inhalt, die der Roman erfüllt.
Mit diesen Tipps im Hinterkopf und etwas Übung fällt es dir sicherlich bald spielend leicht, einen Klappentext zu schreiben, der Leser*innen in seinen Bann zieht. Viel Erfolg!
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Keine Lust auf Klappentext?
Klappentexte sind für dich immer noch ein Buch mit sieben Siegeln? Dann bist du bei mir richtig. Ich weiß, worauf deine Zielgruppe achtet und welche Schlagwörter dein Klappentext enthalten muss, um Leser*innen anzusprechen. Gern helfe ich dir, den perfekten Klappentext für deine Geschichte zu verfassen. Erzähle mir dazu in einer kurzen Nachricht von deinem Projekt, am besten gleich mit Exposé oder Inhaltsangabe. Ich freue mich, von dir zu hören!






